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In vielen Speditionen sind die für eine Spesenabrechnung benötigten Daten längst digital vorhanden.
Fahrer- und Fahrzeugdaten liegen im Telematiksystem.
Urlaub und Krankheit werden in der Personalverwaltung geführt.
Mitarbeiterstammdaten sind ebenfalls vorhanden.
Arbeits- und Einsatzzeiten entstehen während des täglichen Betriebs.
Und trotzdem beginnt die eigentliche Spesenabrechnung am Monatsende häufig wieder mit manueller Datenerfassung.
Informationen werden exportiert, übertragen, in Excel zusammengeführt, ergänzt und anschließend erneut für die Buchhaltung aufbereitet.
Eine digitale Spesenabrechnung sollte genau diesen Medienbruch vermeiden.
Das Ziel ist nicht, noch mehr Daten zu erfassen. Das Ziel ist, bereits vorhandene Daten für den Abrechnungsprozess nutzbar zu machen.
Was bedeutet digitale Spesenabrechnung in einer Spedition?
Eine Excel-Datei auf einem Computer ist technisch ebenfalls digital.
Das allein macht aus einem manuellen Prozess aber noch keine digitale Prozesskette.
Für Speditionen ist entscheidender, wie die Informationen zwischen den einzelnen Prozessschritten fließen.
Eine durchgängige digitale Spesenabrechnung verbindet beispielsweise:
- Fahrer- und Fahrzeugdaten,
- Telematikdaten,
- Arbeits- und Zeitinformationen,
- Mitarbeiterstammdaten,
- Urlaub und Krankheit,
- betriebliche Regeln,
- Spesenberechnung,
- Prüfung,
- Monatsabschluss und
- Ausgabe für den weiteren Buchhaltungs- oder Lohnprozess.
Der Unterschied liegt also weniger darin, ob Daten digital vorliegen.
Entscheidend ist, ob sie zwischen den einzelnen Schritten immer wieder manuell übertragen werden müssen.
Wie sieht der klassische manuelle Prozess häufig aus?
Der genaue Ablauf unterscheidet sich von Spedition zu Spedition.
Typisch ist jedoch eine Kombination verschiedener Informationsquellen.
Ein Sachbearbeiter benötigt beispielsweise:
- Informationen aus dem Telematiksystem,
- Fahrer- beziehungsweise Fahrerkartendaten,
- Urlaubs- und Krankheitsinformationen,
- Mitarbeiterstammdaten,
- betriebliche Spesenregeln.
Diese Informationen werden anschließend häufig manuell in einer Tabelle zusammengeführt.
Danach müssen die einzelnen Fahrer-Tage bewertet und Beträge berechnet werden.
Zum Schluss werden die Ergebnisse erneut für Buchhaltung oder Lohnprozess aufbereitet.
Der eigentliche Aufwand entsteht damit nicht nur durch die Berechnung.
Ein erheblicher Teil des Prozesses besteht aus Suchen, Übertragen, Zuordnen und Kontrollieren.
Warum doppelte Datenerfassung entsteht
Doppelte Datenerfassung bedeutet nicht zwingend, dass exakt derselbe Wert zweimal eingetippt wird.
Sie entsteht auch dann, wenn bereits vorhandene Informationen manuell in einen anderen Prozess übertragen werden müssen.
Ein Beispiel:
Das Telematiksystem kennt bereits den Fahrer und seinen Einsatz.
Für die Spesenabrechnung wird dieser Fahrer anschließend erneut in einer Excel-Tabelle gesucht und einem Mitarbeiter zugeordnet.
Die Information existiert also bereits.
Sie wird lediglich für einen anderen Prozess erneut verarbeitet.
Beispiel: Urlaub ist bereits digital vorhanden
Ähnlich verhält es sich mit Abwesenheiten.
Ist für einen Mitarbeiter bereits Urlaub hinterlegt, sollte diese Information nicht noch einmal auf einem Spesenzettel oder in einer separaten Abrechnungstabelle erfasst werden müssen.
Für einen durchgängigen Prozess muss der vorhandene Personalstatus mit dem Fahrerfall verbunden werden können.
Dasselbe gilt für Krankheit und andere relevante Abwesenheiten.
Der Fahrer sollte vorhandene Unternehmensdaten nicht erneut erfassen müssen
Gerade bei Berufskraftfahrern ist dieser Punkt relevant.
Während des Arbeitstags entstehen bereits zahlreiche digitale Informationen.
Je nach eingesetztem System können dazu gehören:
- Fahrerzuordnung,
- Fahrzeugzuordnung,
- Arbeitsbeginn und Arbeitsende,
- Pausen,
- Fahrerkartenereignisse,
- Fahrtverlauf,
- verfügbare Positionsinformationen.
Wenn diese Daten für die Spesenberechnung verwendet werden können, sollte der Fahrer sie nicht zusätzlich auf einem Spesenzettel rekonstruieren müssen.
Genau diesen Aspekt behandeln wir im Folgeartikel ausführlicher: Spesenabrechnung ohne Spesenzettel: Wie vorhandene Daten die manuelle Erfassung ersetzen können.
Schritt 1: Vorhandene Telematikdaten übernehmen
Am Anfang einer digitalen Prozesskette stehen die bereits vorhandenen Betriebsdaten.
Ein Telematiksystem kann einen wesentlichen Teil davon bereitstellen.
Dazu können je nach System und verfügbarer Datenbasis insbesondere Zeit-, Fahrer-, Fahrzeug- und Positionsinformationen gehören.
Welche Telematikdaten für eine automatische Spesenabrechnung grundsätzlich interessant sind, erklären wir in Welche Telematikdaten braucht eine automatische Spesenabrechnung?.
Wichtig ist jedoch:
Telematikdaten sind die technische Datengrundlage – noch nicht die fertige Spesenabrechnung.
Schritt 2: Fahrer eindeutig einem Mitarbeiter zuordnen
Ein technischer Fahrerdatensatz muss mit einem konkreten Mitarbeiter verbunden werden.
Diese Zuordnung ist eine zentrale Voraussetzung für den weiteren Prozess.
Denn erst danach können zusätzliche Mitarbeiterinformationen berücksichtigt werden.
Beispielsweise:
- Wohnort,
- Einsatzort,
- erste Tätigkeitsstätte beziehungsweise betriebliche Zuordnung,
- Fahrergruppe,
- individuell relevante Regeln.
Eine digitale Prozesskette sollte diese Zuordnung nicht jeden Monat erneut manuell verlangen.
Schritt 3: Mitarbeiter- und Abwesenheitsdaten ergänzen
Jetzt werden die technischen Einsatzdaten um Informationen ergänzt, die ein Telematiksystem nicht vollständig kennen kann.
Dazu gehören insbesondere Mitarbeiter- und Abwesenheitsdaten.
Ein Fahrer kann beispielsweise laut Telematik einen technischen Datensatz für einen bestimmten Tag besitzen.
Gleichzeitig kann im Personalprozess Urlaub oder Krankheit hinterlegt sein.
Erst wenn beide Informationsquellen zusammengeführt werden, kann ein möglicher Widerspruch erkannt werden.
Warum Telematik allein nicht ausreicht, behandeln wir ausführlich in Telematikdaten allein reichen nicht: Welche fachlichen Informationen zusätzlich nötig sind.
Schritt 4: Arbeitszeit und Abwesenheitszeit bestimmen
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Unterscheidung zwischen technischer Arbeitszeit und der für die Spesenabrechnung relevanten Abwesenheit.
Beide Werte müssen nicht identisch sein.
Für die fachliche Einordnung können beispielsweise relevant sein:
- Wohnung,
- Betriebshof,
- Einsatzort,
- erste Tätigkeitsstätte,
- Sammelpunkt,
- betriebliche Arbeitszeitregeln.
Die Grundlagen dazu erklären wir in Arbeitszeit vs. steuerliche Abwesenheitszeit bei Lkw-Fahrern.
Schritt 5: Spesenregeln automatisch anwenden
Sind die notwendigen Daten vorhanden und fachlich eingeordnet, kann die eigentliche Berechnung erfolgen.
Dabei können je nach Fahrerfall beispielsweise berücksichtigt werden:
- eintägige Abwesenheiten,
- mehrtägige Fahrten,
- Anreise- und Abreisetage,
- Inlands- und Auslandssachverhalte,
- hinterlegte betriebliche Zusatzregeln.
Die Berechnung erfolgt damit nicht mehr dadurch, dass ein Sachbearbeiter jeden Fahrer-Tag einzeln in einer Tabelle nachrechnet.
Die hinterlegte Logik kann auf eindeutige Fälle automatisiert angewendet werden.
Schritt 6: Eindeutige Fälle von Auffälligkeiten trennen
Eine gute Digitalisierung bedeutet nicht, jeden Fall ungeprüft durchlaufen zu lassen.
Entscheidend ist vielmehr, zwischen eindeutigen und unklaren Fällen zu unterscheiden.
Ein eindeutiger Fahrerfall kann automatisch verarbeitet werden.
Prüfbedarf kann dagegen beispielsweise entstehen, wenn:
- eine Fahrerzuordnung fehlt,
- Zeitinformationen unvollständig sind,
- relevante Positionsdaten fehlen,
- Telematik- und Personaldaten widersprüchlich sind,
- eine fachliche Regel nicht eindeutig angewendet werden kann.
Welche Fälle tatsächlich manuell angesehen werden sollten, erklären wir in Prüffälle bei der Spesenabrechnung: Welche Fälle wirklich manuell kontrolliert werden müssen.
Der Unterschied: Alles kontrollieren oder nur Abweichungen prüfen
Das ist einer der größten Unterschiede zwischen manueller und automatisierter Spesenabrechnung.
| Manueller Prozess | Automatisierter Prozess |
|---|---|
| Fahrerdaten zusammensuchen | vorhandene Daten übernehmen |
| Mitarbeiter manuell zuordnen | bestehende Zuordnung verwenden |
| Urlaub und Krankheit nachschlagen | Abwesenheitsdaten berücksichtigen |
| jeden Fahrer-Tag berechnen | eindeutige Fälle automatisch berechnen |
| jeden Fahrer-Tag kontrollieren | gezielt Auffälligkeiten prüfen |
| Monatssummen manuell erstellen | berechnete Fälle zusammenführen |
| Ergebnisse erneut übertragen | strukturierte Ausgabe erzeugen |
Schritt 7: Prüffälle direkt mit Kontext bearbeiten
Wenn ein Fahrerfall geprüft werden muss, sollte der Sachbearbeiter nicht wieder mehrere Systeme öffnen müssen.
Für eine sinnvolle Prüfung sollten die relevanten Informationen möglichst gemeinsam sichtbar sein.
Dazu können je nach Fall gehören:
- Fahrer,
- Datum,
- Arbeitszeit,
- Abwesenheitszeit,
- Route beziehungsweise Tour,
- relevante Geo-Daten,
- erkannte Auffälligkeit,
- verwendete Berechnungsregel.
Dadurch reduziert sich nicht nur die Zahl der manuell zu bearbeitenden Fälle.
Auch die Bearbeitung eines tatsächlichen Prüffalls wird einfacher.
Schritt 8: Manuelle Sonderfälle separat behandeln
Neben technischen oder fachlichen Auffälligkeiten gibt es Sachverhalte, die bewusst manuell behandelt werden müssen.
Solche Sonderfälle sollten nicht mit normalen Automatikfällen vermischt werden.
Eine digitale Spesenabrechnung sollte deshalb nachvollziehbar unterscheiden können zwischen:
- eindeutiger automatischer Berechnung,
- Prüfbedarf und
- bewusst manuell behandeltem Sonderfall.
So bleibt sichtbar, warum ein Fahrerfall nicht automatisch verarbeitet wurde.
Schritt 9: Aus einzelnen Fahrer-Tagen einen Abrechnungsmonat bilden
Die Berechnung einzelner Tage ist nur ein Teil des Gesamtprozesses.
Für die Buchhaltung wird am Ende ein definierter Abrechnungszeitraum benötigt.
Vor dem Monatsabschluss sollte deshalb geprüft werden:
- Sind alle Fahrer-Tage vorhanden?
- Gibt es offene Prüffälle?
- Sind Sonderfälle bearbeitet?
- Sind die Mitarbeiterwerte plausibel?
Anschließend kann der Monat abgeschlossen werden.
Warum ein Monatsabschluss wichtig ist
Ein digitaler Prozess sollte nicht dazu führen, dass bereits abgeschlossene Abrechnungen durch spätere Änderungen unbemerkt verändert werden.
Beispielsweise können später:
- Mitarbeiterstammdaten geändert,
- Regeln angepasst,
- neue Telematikdaten importiert
werden.
Ein definierter Monatsabschluss schafft deshalb einen nachvollziehbaren Stand für den jeweiligen Abrechnungszeitraum.
Schritt 10: Ergebnisse für Buchhaltung oder Lohnprozess ausgeben
Am Ende benötigt die Buchhaltung keine Sammlung ungefilterter Telematikdaten.
Sie benötigt ein verwertbares Abrechnungsergebnis.
Deshalb sollte die digitale Prozesskette mit einer strukturierten Ausgabe enden.
SpediFlow unterstützt dafür unter anderem:
- PDF-Ausgaben,
- CSV-Ausgaben und
- angepasste Ausgabestrukturen für nachgelagerte Buchhaltungs- beziehungsweise Lohnprozesse.
Damit reicht der Prozess von der ursprünglichen Datenquelle bis zur fertigen Weitergabe.
Wie sieht der vollständige digitale Ablauf aus?
| Prozessschritt | Ergebnis |
|---|---|
| 1. Telematikdaten übernehmen | technische Fahrer- und Einsatzdaten |
| 2. Mitarbeiter zuordnen | personenbezogener Fahrerfall |
| 3. Abwesenheiten ergänzen | Personalstatus berücksichtigt |
| 4. fachliche Regeln anwenden | relevante Abwesenheit bestimmt |
| 5. Spesen berechnen | automatisches Berechnungsergebnis |
| 6. Auffälligkeiten erkennen | Automatik- oder Prüffall |
| 7. Sonderfälle bearbeiten | manuelle Entscheidungen dokumentiert |
| 8. Monat kontrollieren | vollständiger Abrechnungszeitraum |
| 9. Monat abschließen | definierter Abrechnungsstand |
| 10. Ausgabe erzeugen | PDF, CSV oder angepasste Struktur |
Welche Rolle spielt SpediFlow in diesem Prozess?
SpediFlow ist auf genau diesen Ablauf für Speditionen ausgerichtet.
Die Anwendung verbindet verfügbare Telematikdaten mit Mitarbeiter-, Abwesenheits- und Regelwerksinformationen.
Im Prozess werden eindeutige Fälle automatisch berechnet und Abweichungen separat sichtbar gemacht.
Dabei unterscheidet SpediFlow drei grundlegende Status:
- Automatik – der Fall kann anhand der vorhandenen Daten automatisch verarbeitet werden.
- Prüfung – eine Abweichung oder fehlende Information muss kontrolliert werden.
- Sonderfall – der Sachverhalt wird bewusst separat behandelt.
Der Schwerpunkt liegt damit nicht darauf, den Sachbearbeiter lediglich bei einer manuellen Berechnung zu unterstützen.
Der manuelle Prozess selbst soll auf die Fälle reduziert werden, bei denen tatsächlich eine Entscheidung notwendig ist.
Beispiel: 20 Fahrer und ein Abrechnungsmonat
Angenommen, eine Spedition beschäftigt 20 Fahrer.
Bei rund 20 Arbeitstagen entstehen ungefähr 400 Fahrer-Tage pro Monat.
In einem vollständig manuellen Prozess können diese 400 Fahrer-Tage einzeln betrachtet werden müssen.
Eine automatisierte Prozesslogik verfolgt einen anderen Ansatz:
Sie verarbeitet eindeutige Fälle automatisch und legt nur diejenigen Tage vor, bei denen tatsächlich eine Abweichung erkannt wurde.
Der entscheidende Effizienzgewinn entsteht deshalb nicht allein durch eine schnellere Berechnungsformel.
Er entsteht dadurch, dass der Mensch nicht mehr jeden normalen Fall einzeln bearbeiten muss.
Was zeigt der aktuelle SpediFlow-Pilot?
SpediFlow veröffentlicht aktuell auch Kennzahlen aus dem laufenden Pilotbetrieb.
Mit 16 Fahrern werden dort rund 320 Fahrer-Tage pro Monat verarbeitet.
Im Durchschnitt werden etwa fünf Fälle pro Monat zur manuellen Prüfung markiert.
Diese Werte sind pilotbezogen und keine allgemeine Garantie für andere Unternehmen.
Die tatsächliche Zahl der Prüffälle hängt unter anderem von Datenqualität, Fahrerstruktur, betrieblichen Regeln und vorhandenen Sonderfällen ab.
Das Beispiel zeigt jedoch das Grundprinzip:
Der Sachbearbeiter soll nicht hunderte normale Fahrer-Tage kontrollieren, sondern gezielt die tatsächlich auffälligen Fälle bearbeiten.
Warum Excel trotz digitaler Daten zum Flaschenhals werden kann
Excel ist ein leistungsfähiges Werkzeug.
Problematisch wird es jedoch, wenn die Tabelle zur manuellen Integrationsschicht zwischen mehreren Systemen wird.
Dann muss ein Mitarbeiter beispielsweise:
- Telematikdaten exportieren,
- Personaldaten ergänzen,
- Abwesenheiten übertragen,
- Formeln pflegen,
- Sonderfälle markieren,
- Ergebnisse erneut exportieren.
Die Tabelle übernimmt dann Aufgaben, die eigentlich zu einem definierten Prozess gehören.
Wo diese Arbeitsweise bei Speditionen an Grenzen stößt, erklären wir ausführlich in Spesenabrechnung mit Excel: Wo Tabellen in Speditionen an Grenzen stoßen.
Digitalisierung bedeutet nicht zwingend ein einziges System
Eine durchgängige digitale Spesenabrechnung bedeutet nicht, dass sämtliche Unternehmensdaten in einem einzigen System entstehen müssen.
Im Gegenteil:
Telematik, Personalverwaltung und Buchhaltung erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Entscheidend ist, dass die benötigten Informationen strukturiert zwischen den Prozessschritten verwendet werden können.
SpediFlow soll deshalb bestehende Datenquellen nicht unnötig ersetzen.
Die Anwendung setzt zwischen den vorhandenen Daten und dem nachgelagerten Abrechnungsprozess an.
Fleetboard als Beispiel für eine bestehende Datenquelle
Ein konkretes Beispiel ist Fleetboard.
SpediFlow unterstützt eine direkte Fleetboard-Verbindung, über die Fahrer-, Fahrzeug- und verfügbare Telematikdaten übernommen werden können.
Diese Daten werden anschließend mit den für die Spesenabrechnung benötigten weiteren Informationen kombiniert.
Wie der Prozess mit Fleetboard konkret funktioniert, erklären wir in Spesenabrechnung mit Fleetboard automatisieren: So funktioniert der Prozess.
Was passiert, wenn Daten fehlen?
Ein digitaler Prozess darf nicht voraussetzen, dass jede Datenquelle immer vollständig ist.
Telematik kann ausfallen.
Eine Fahrerzuordnung kann fehlen.
Ein Mitarbeiterstammdatensatz kann unvollständig sein.
Eine Abwesenheit kann verspätet eingetragen werden.
Deshalb gehört der Umgang mit Datenlücken zur Prozesslogik.
Statt einen unvollständigen Fall automatisch durchzuwinken, sollte er gezielt sichtbar gemacht werden.
Wie solche Situationen behandelt werden können, erklären wir in Telematikausfall in der Spesenabrechnung: Wie mit Datenlücken umgehen?.
Welche Daten sollten nicht doppelt gepflegt werden?
Als Grundregel gilt:
Informationen sollten möglichst dort gepflegt werden, wo sie fachlich entstehen.
Beispiele:
| Information | Sinnvolle Quelle |
|---|---|
| Fahrzeug- und Einsatzdaten | Telematik |
| Urlaub / Krankheit | Personalprozess |
| Mitarbeiterstammdaten | Personal- beziehungsweise Stammdatenprozess |
| Spesenregeln | Abrechnungskonfiguration |
| berechnete Fahrerfälle | Spesenprozess |
| fertige Abrechnungsergebnisse | Übergabe an Buchhaltung / Lohnprozess |
Die digitale Spesenabrechnung verbindet diese Informationen, statt sie vollständig neu zu erfassen.
Was sollte vor der Digitalisierung geklärt werden?
Bevor ein bestehender manueller Prozess automatisiert wird, sollten einige Grundlagen geklärt sein:
- Welche Datenquellen existieren bereits?
- Wie werden Fahrer und Mitarbeiter eindeutig zugeordnet?
- Wo werden Urlaub und Krankheit gepflegt?
- Welche Arbeitszeit- und Abwesenheitsregeln gelten?
- Wie sind erste Tätigkeitsstätte, Sammelpunkt und Einsatzort hinterlegt?
- Welche Spesenregeln gelten für welche Mitarbeiter?
- Welche Situationen sollen einen Prüffall erzeugen?
- Welche Sonderfälle müssen manuell behandelt werden?
- Welche Ausgabe benötigt die Buchhaltung?
Ist diese Grundlage sauber definiert, lässt sich anschließend deutlich besser entscheiden, welche Prozessschritte automatisiert werden können.
Digitale Spesenabrechnung bedeutet nicht „100 Prozent ohne Menschen“
Das Ziel einer sinnvollen Automatisierung ist nicht, jede menschliche Entscheidung zu eliminieren.
Es gibt reale Sonderfälle.
Es gibt Datenlücken.
Es gibt betriebliche Entscheidungen, die ein System nicht eigenständig treffen sollte.
Die bessere Zielsetzung lautet deshalb:
Automatisiere eindeutige Standardfälle und gib dem Menschen nur die Fälle, bei denen seine Entscheidung tatsächlich benötigt wird.
Vom digitalen Einzelfall zum End-to-End-Prozess
Eine digitale Spesenabrechnung ist deshalb mehr als ein Spesenrechner.
Der vollständige Prozess reicht von:
Datenquelle → Mitarbeiterzuordnung → Abwesenheitslogik → Berechnung → Prüfung → Monatsabschluss → Ausgabe.
Je weniger manuelle Übergaben zwischen diesen Schritten erforderlich sind, desto weniger entsteht doppelte Datenerfassung.
Am 23.09. betrachten wir deshalb im Detail, wie Telematik, Mitarbeiterdaten und Abwesenheiten als gemeinsame Datengrundlage zusammenspielen.
Am 24.09. gehen wir anschließend den vollständigen Weg von den Telematikdaten bis zur Lohnbuchhaltung durch.
Fazit: Vorhandene Daten nutzen statt denselben Prozess digital nachbauen
Speditionen verfügen heute häufig bereits über einen großen Teil der Informationen, die für eine Spesenabrechnung benötigt werden.
Das Problem ist nicht zwangsläufig fehlende Digitalisierung.
Das Problem sind häufig getrennte Dateninseln und manuelle Übergaben zwischen ihnen.
Eine digitale Spesenabrechnung sollte deshalb nicht einfach den bisherigen Spesenzettel auf einen Bildschirm übertragen.
Sie sollte den Prozess neu denken:
- vorhandene Daten übernehmen,
- fachlichen Kontext ergänzen,
- eindeutige Fälle automatisch berechnen,
- nur Abweichungen prüfen,
- den Monat kontrolliert abschließen und
- fertige Ergebnisse strukturiert weitergeben.
Der größte Hebel entsteht nicht dadurch, schneller Daten einzugeben – sondern dadurch, unnötige Dateneingabe vollständig zu vermeiden.
Genau darauf ist SpediFlow ausgerichtet: vorhandene Fahrer-, Telematik-, Mitarbeiter- und Abwesenheitsdaten für einen durchgängigen Spesenprozess zusammenzuführen.
Weiterführende Artikel
Was sich bei der Fahrer-Spesenabrechnung tatsächlich automatisieren lässt, erklären wir in Automatische Spesenabrechnung für Lkw-Fahrer: Was lässt sich wirklich automatisieren?.
Warum Tabellen bei diesem Prozess an Grenzen kommen können, lesen Sie in Spesenabrechnung mit Excel: Wo Tabellen in Speditionen an Grenzen stoßen.
Welche technischen Informationen benötigt werden, zeigt Welche Telematikdaten braucht eine automatische Spesenabrechnung?.
Warum diese technischen Informationen allein nicht genügen, erklären wir in Telematikdaten allein reichen nicht: Welche fachlichen Informationen zusätzlich nötig sind.
Welche Abweichungen tatsächlich manuell kontrolliert werden sollten, behandeln wir in Prüffälle bei der Spesenabrechnung: Welche Fälle wirklich manuell kontrolliert werden müssen.
Stand
Stand: 21.09.2026
Die konkrete technische Umsetzung hängt von den im jeweiligen Unternehmen vorhandenen Datenquellen, Schnittstellen und betrieblichen Prozessen ab.